Das Gegenteil einer offenen und freien Gesellschaft ist der Rechtspopulismus

Wir seien links oder sogar linksextrem. Ich soll ein “Gutmensch” sein, was so viel bedeutet wie extrem naiv oder einfach dumm. Das ist eine äußerst merkwürdige Stigmatisierung, denn ich bin lieber ein “Gutmensch” als ein “böser Mensch”. 

Viele Leute, die mit der Welle des deutschen Rechtspopulismus nicht einverstanden sind, werden als “linksversiffter Gutmensch” gebrandmarkt. Wer sich nicht mit der rechtspopulistischen Extremrechtsbewegungen des jeweiligen Landes identifiziert, soll automatisch als “links” oder linksextrem definiert oder besser gesagt disqualifiziert werden.

Ich bin aber weder links noch grün. Auch nicht durch irgendeine Farbe “versifft”. Um mit Sascha Lobo in re.publica[1] zu sprechen: “Das Gegenteil von rechtsextrem ist nicht linksextrem, sondern nicht-rechtsextrem”[2]. Oder wie ich meine: Das Gegenteil von Rechtsextremismus oder von Rechtspopulismus ist nicht Linksextremismus oder Linkspopulismus. Nein, das Gegenteil der extremen Rechten ist die Demokratie. Ja, die liberale und repräsentative Demokratie, die – während des Kalten Krieges – die “freie Welt” so leidenschaftlich verteidigt hat.

“Gut und Böse”

Für die Populisten ist es sehr leicht, die Welt in zwei zu teilen: In “Gut und Böse”. In ihrem Kopfkino sind sie immer “die Guten”. Alle anderen werden als Böse denunziert: Als internationalistisch, universalistisch, kosmopolitisch, kapitalistisch oder neoliberal. In ihren Augen sind wir böse Menschen, die gegen das Volk handeln. Gegen das Volk im völkischen Sinne. Rechte und Neue Rechte seien die Stimme des Volkes und wir sind einfach die “Volksfeinde”.

Ja, sie spalten die Welt, die Gesellschaft, den Staat in zwei Teile. Sie entzweien uns und “entsorgen” Menschen, die nicht zu ihrer Weltanschauung passen. Dazu können wir nur Nein sagen. Wie das Motto einer vor Kurzem in Berlin stattgefundenen Demo sagen wir sehr laut und selbstsicher: “Wir sind Unteilbar”.

Rechte und Neue Rechte beklagen oft, dass wir sie “dämonisieren”. Sie können uns aber problemlos “verteufeln”. Sie können austeilen, aber nicht einstecken. Sie akzeptieren nicht das Kontern und spielen dann sofort das arme Opfer. Sie verunglimpfen alle, die ihnen widersprechen und bezeichnen sie als “grün versiffte Linke”. Das ist äußerst merkwürdig, da sie ständig behaupten, sie seien weder rechts noch links. Mit ihrer Aussage positionieren sie sich aber selbst im rechten Spektrum.

In ihrer eigenen Wahrnehmung meinen sie, über allem zu stehen, über links und über rechts und sowieso über der lauen politischen Mitte. Wenn das so wäre, frage ich mich, warum sie andauernd alle andere als links zu disqualifizieren versuchen.

Der Wunsch mancher Neuen Rechten, alle anderen als links auszusondern, scheint oft unter anderem darauf zurückzuführen zu sein, dass viele rechtsextreme Populisten von heute in Wirklichkeit an politischen und wirtschaftlichen Ideen festhalten, die früher als links galten und in Wirklichkeit links sind.

Ebenso unterstützen ehemalige Marx-Anhänger aktuelle rechtpopulistische Bewegungen. Das ist eigentlich kein Wunder, denn eine ganze Menge extremer Ideen wurden und werden von “beiden Seiten” vertreten. Mir fallen Themen wie Staatswirtschaft, Protektionismus, staatliche Überschuldung, diese für mich unerklärliche Sehnsucht nach wirtschaftlicher Autarkie, die Verachtung der sog. Eliten oder “die, da oben”, National-Patriotismus und die Ablehnung der Globalisierung und der sog. “Finanzelite” ein.

Mitglieder von der einen und der anderen Seite sind daher relativ austauschbar. Sogar das Thema Nationalismus scheint manche Linke mit einem (rechts)populistischen Drall nicht zu stören. Die wiederholten Einladungen von Alexander Gauland (AfD) an Sahra Wagenknecht (Die Linke), sich seiner Partei anzuschließen, sind bezeichnend dafür. Übrigens, Wagenknecht hat die oben genannte Berliner Veranstaltung mit dem Motto “Unteilbar” öffentlich abgelehnt.

Pluralismus und Freiheit

Für den Populismus soll die Gesellschaft nicht plural sein. Rechtspopulisten verabscheuen den Pluralismus und versuchen, ihn abszuschaffen, was eindeutig demokratiefeindlich ist[3]. Sie hassen unsere bunte, weltoffene und multikulturelle Welt. Ihre Weltanschauung ist verschlossen, kleinkariert und ziemlich düster.

Nein, die Gesellschaft soll weiter vielfältig und multikullturell bleiben. Pluralismus ist nicht tolerierbar sondern es ist wünschenswert. Vielfalt ist kein geringeres Übel. Wir lieben den Pluralismus, die Vielheit. Diversity ist für uns ein schönes Wort. Ja, wir sind “Unteilbar”, aber auch vielfältig. Uniformierung jeder Art ist uns zuwider. Das habe ich als Kind in Zeiten des Kalten Krieges gelernt, und ich weiß es nicht, warum das nicht mehr gelten soll.

Das bedeutet keineswegs, Karl Poppers Paradox der Toleranz zu vergessen. Wir dürfen die Intoleranten nicht tolerieren. Diejenigen, die die freie und offene Gesellschaft durch ein kollektivistisches, totalitäres und autoritäres Gesellschaftsmodell ersetzen wollen, können wirklich nicht toleriert werden. Mit Popper können wir uns laut sagen: “Im Namen der Toleranz sollten wir uns das Recht vorbehalten, die Intoleranz nicht zu tolerieren”[4][5].

Oder wie Aleida Assmann in der Paulskirche warnte: “Nicht jede Gegenstimme verdient Respekt”. In der Tat: “Sie verliert diesen Respekt, wenn sie darauf zielt, die Grundlagen für Meinungsvielfalt zu untergraben. Demokratie lebt nicht vom Streit, sondern vom Argument”[6].

Diversität, Gleichberechtigung, und Gender sind Begriffe, die unsere Freunde aus dem rechten Spektrum verschmähen. Sie wollen eine Gesellschaft, in der alle gleich sind. Gleich im Sinne einer Uniformierung. Nicht gleich vor dem Gesetz. Vor dem Gesetz sollen nicht alle gleich sein: Männer und Frauen nicht und Mitglieder des jeweiligen Volkes und Nicht-Mitglieder auch nicht. Leute, die wie sie denken, und Andersdenkende sollen auch nicht die gleichen Rechte haben. Das ist der Kern der sog. Illiberalität.

Mitglieder des einen Volkes sollen gleich sein. Innerhalb des Volkes herrscht Homogenität. Unter den Völkern herrscht Heterogenität. Das ist nichts anders als die Ideologie des Ethnopluralismus oder ein neues Apartheid auf Weltebene[7].

Mein Volk soll frei sein. Dass jedes Mitglied der Gesellschaft frei ist, ist für sie irrelevant. Ich denke anders: In einer offenen Gesellschaft kann der Einzelne sich in Freiheit entfalten. Anders als die Rechten meine ich, dass ich nicht auf meine individuelle Freiheit verzichten soll, weil “mein Volk” schon Freiheit genießt.

Die Neue Rechten sprechen viel zu viel über Freiheit, aber die Freiheit ist für sie nicht die individuelle Freiheit jedes Menschen, sondern die Freiheit der Gruppe, die Freiheit des Volkes (des eigenen Stammes). Nicht der Mensch ist frei, sondern das Volk. Ja, mehr als ein Hauch von Ethnopluralismus ist allgegenwärtig.

Liberal-konservativ gegen jeden Totalitarismus

Nein, wir sind nicht links geworden. Alle diejenigen, die in Zeiten des Kalten Krieges antikommunistisch waren (antikommunistisch, aber nicht Antikommunisten, denn Menschenfeindlichkeit ist immer schlecht). Alle diejenigen, die sich früher Liberal-konservativ  nannten, die die Freie Welt, die offene Gesellschaft verteidigt haben, haben sich nicht entstellt oder verstellt.

Das Gegenteil des Kommunismus ist nie der Faschismus gewesen. Das Gegenteil des Kommunismus war immer die Demokratie. Weltoffenheit, open society, die freie, liberale und plurale Gesellschaft, waren damals die Themen. Kommunismus und Faschismus sind Formen des Totalitarismus, gegen die Konservativ- und Liberal-Demokraten im 20. Jahrhunderts tapfer gekämpft haben.

Liberal-konservativen waren nie auf der Seite der Autokraten. Sie waren immer ihre Gegner. Nie auf der Seite eines ehemaligen KGB-Offiziers. Nie auf der Seite des Totalitarismus. Und es wäre ein echter Verrat an den damaligen Idealen, wenn wir uns auf die Seite der Neuen Rechten, der Populisten aus dem rechtsextremen Spektrum schlagen würden. Der Kampf unserer Eltern und Großeltern wäre sinnlos gewesen wenn ein Totalitarismus durch einen anderen ersetzt worden wäre.

Liberal-Konservativen haben dem Kommunismus den Stirn geboten, nicht um in einer “illiberalen” Gesellschaft osteuropäischer Prägung zu enden. Nein, wir haben das Recht und die Pflicht, unser freiheitliches und demokratisches System zu verteidigen. Wie es“der Westen” damals getan hat. Illiberalismus ist keine Alternative, Illiberalismus ist lediglich ein neuer Totalitarismus.

 Wir verteidigen heute die freie Gesellschaft. Genau wie zur Zeit des Kalten Krieges unsere Eltern und Großeltern die offene Gesellschaft gegen den Totalitarismus verteidigt haben. Machen wir uns keine Illusionen, die Widersacher der freiheitlichen demokratischen Grundordnung schlafen nicht, sie haben nur ihre Kleider gewechselt. Sie tragen heute keinen ungepflegten Bart oder lange Haare, sondern Karosakko und Hosenanzug. Und eventuell eine Glatze…

 

Karl Popper

Nach Popper ist die die Stammesgemeinschaft das Gegenteil der offenen Gesellschaft. Der Philosoph erinnert uns: “Liebe deinen Nächsten, sagt die Heilige Schrift, und nicht Liebe deinen Stamm”[8].

(Apropos: Der Staat ist nicht die Fortsetzung der Familie. Der Staat ist keine Großfamilie, kein Stamm und keine Ethnie. Familie und Staat sind wesentlich, essentiell andersartig. Der Staat ist kein Stamm und auch keine “große Familie”).

Das Gegenteil einer offenen und freien Gesellschaft ist eine Gesellschaft oder ein Volk, zu dem nur einige Menschen gehören dürfen. Eben diejenigen Menschen, die zum Stamm gehören. Also zum Volk im völkischen Sinne. Und wo alle andere aus ethnischen oder ideologischen Gründen “draußen bleiben müssen”.

Unsere weltoffene Gesellschaft ist an sich eine multikulturelle und vielfältige Gemeinschaft, zu der jeder oder jede gehören kann, wenn er oder sie das Grundgesetz – also die Staatsverfassung – respektiert und verteidigt[9]. Das ist mehr oder weniger, was wir seit den 1970er Jahren Verfassungspatriotismus nennen. Eine wichtige politische Erfindung oder Entdeckung des 20. Jahrhunderts.

In einer pluralen Gesellschaft gibt es keine “Volksfeinde”. Jeder einzelne darf denken, was er oder sie will. Und infolgedessen auch handelt. Handeln immer aber innerhalb der weiten Planken der freiheitlichen demokratischen Grundordnung. Wir konkurrieren mit unseren Meinungen auf dem demokratischen Marktplatz der Ideen. Wir haben politische Konkurrenten, mit denen wir sehr gut befreundet sein können. Politik ist nicht alles und drängt sich nicht in alle Aspekten des Lebens. Wenn alles politisch wird, wenn die Politik “total” wird, ist der Totalitarismus nicht mehr ante portas, sondern er ist da.

Wir haben keine Feinde, die wir “jagen” oder “zur Rechenschaft ziehen müssen”[10]. Oder die wir einfach “zerstören”[11] sollen, ein Begriff, den leider viele im Internet benutzen. Menschen zu jagen oder sie an der Grenze abzuschießen, ist einfach menschenfeindlich.

Ich darf Assmann noch mal zitieren: “Pöbeleien oder gar eine Eskalation polarisierender Symbole wie in Chemnitz führen in einen Zustand allgemeiner Verwirrung, legen die Demokratie lahm und machen sie betriebsunfähig für wichtige Aufgaben”[12]. Ist das, was sie wollen, wenn sie zum Widerstand[13] gegen den demokratischen Staat aurufen? Oder wenn sie versichern, dass wir schon im Bürgerkrieg leben und sogar Waffen zur Selbstverteidigung kaufen müssen?

Religionsfeindlichkeit

Die populistischen Gruppierungen der Neuen und der alten Rechten sind religionsfeindlich[14]. Das passt gar nicht zu der Selbststilisierung zu Verteidigern der freien Welt[15]. Die echten Verteidiger der freien Welt während des Kalten Krieges haben sehr hart für die Religionsfreiheit in den totalitären Regimen gekämpft. Man kann sagen, das war ihnen heilig.

Sollen wir heute die positive und auch die negative Religionsfreiheit aufopfern, nur weil die Neuen rechten den Islam verbieten und uns eine Art “Kultur-Christentum” aufnötigen wollen? Zusammen mit dem Islam würden sie am liebsten auch alle andere Religionen schmähen[16] und am liebsten verbieten? Übrig würde im besten Fall eine Art “Deutsche Kirche” nach historischem Muster bleiben.

Alles, was Rechtspopulisten gegen den Islam vorbringen, ist ihr Recht. Aber wenn Gruppierungen wie Pegida das Christentum auszunutzen versuchen, haben sie mit dem Christentum nichts am Hut. Und es ist gut, dass die beiden großen Kirchen diese Tatsache in aller Deutlichkeit und mit der notwendigen Schärfe klar und deutlich machen.

Pegidisten nennen sich Retter des Abendlandes. Aber wie Wolfgang Schäuble in seiner Rede zum Tag der deutschen Einheit erklärte: “Die Humanität verlangt von uns, Menschen zu helfen. Das ist christliches Abendland”[17]. In der Tat bedeutet christliches Abendland nicht, auf Flüchtlinge zu schießen oder sie im Meer sterben zu lassen. Ganz im Gegenteil[18].

Die Religionsvielfalt ist eine wesentliche Säule der pluralen Gesellschaft. Die offene Gesellschaft setzt die positive und negative Religionsfreiheit unbedingt voraus. Es handelt sich nicht nur um ein Verfassungskonzept. Religionsfreiheit setzt voraus, dass man die Religion oder Konfession des anderen respektiert, toleriert und sogar befördert. Der militante Atheismus hatte viel zu tun mit den alten Totalitarismen des 20. Jahrhunderts und nichts mit der freien Gesellschaft.

Ja, in einem Punkt muss ich den Rechten Recht geben: Ich muss anerkennen, dass heutzutage die Kategorien Links und Rechts nicht viel sagen. Weil “die Gräben längst nicht mehr zwischen Links und Rechts verlaufen”. Nein, sie verlaufen eher “zwischen Liberalen und Autokratie-Anhängern”[19]. Also zwischen der rechten Minderheit und der demokratischen Mehrheit der Gesellschaft.

Ich rede einmal in der Woche mit einer 95-Jährigen. Sie warnte mich vor dem neuen Aufstieg eines “kleinen Hitlers”, wie sie sich ausdrückt. Letzte Woche hat Papst Franziskus in Rom gewarnt, “jungen Menschen sollten die Geschichte des 20. Jahrhunderts mitsamt der beiden Weltkriege kennen, so dass sie nicht dieselben Fehler begingen und wüssten, wie Populismus sich ausbreite”[20].

Zusammenfassend: Egal ob du mehr liberal oder mehr konservativ bist. Das Gegenteil einer offenen und freien Gesellschaft ist eine populistische politische Ordnung. Liberal-konservative akzeptieren keinen Totalitarismus, sei es der braune oder der rote Totalitarismus. Eine totalitäre und unfreie, eine sog. “illiberale” Gesellschaftsordnung liegt eben in den Antipoden der freien, demokratischen und offene Gesellschaft. Die populistische Gefahr kommt heute in der ganzen Welt eben von der rechten Seite.


[1] Die AfD fordert, der Konferenz re:publica die öffentlichen Fördergelder zu entziehen.

[3] Lobo spricht über “die gezielte, demokratiefeindliche Abschaffung des Pluralismus”. Siehe “Lügenpresse” ist keine Medienkritik

[4] Karl Popper, “Die offene Gesellschaft und ihre Feinde”.

[5] “We should therefore claim, in the name of tolerance, the right not to tolerate the intolerant”.

[8] Karl Popper, Die offene Gesellschaft und ihre Feinde, 1975, S. 146.

[9] “Was uns zu Amerikanern macht, das ist die Verfassung”, sagte der irischstämmige Rechtsanwalt James Donovan zu dem deutschstämmigen CIA-Agenten Hoffman -in dem Film “Bridge of Spies”. Er hat Recht.

[10] Tweet von AfD Uwe Junge, MdL

[11] Sie sprechen oft von “Zerstörung” und beziehen sich auf Menschen, die sie zerstören wollen. Siehe screenshot als Beispiel.

[13] Oft schreiben sie “Wiederstand” 😉 Ja, deutsche Sprache, schwere Sprache 😉

[14] Wie der Präsident des Maram Stern Vorsitzender des Jüdischen Weltkongresses über die AfD eundeutig behauptet: RECHTSPOPULISMUS »Keinen Koscherstempel« Reaktionen auf angekündigte Gründung einer jüdischen Vereinigung in der AfD 

[15] Es gibt in Deutschland ein Blog mit dem Titel “Freie Welt”.

[17] “Die Humanität verlangt von uns, Menschen zu helfen. Das ist christliches Abendland. Das verbindet uns. Es ist der Kern des Sozialstaatsprinzips. Das gilt für Bürger in persönlichen Notlagen. Und es gilt für Menschen, die bei uns Schutz suchen”. 3. Oktober 2018 Rede von Bundestagspräsident Dr. Wolfgang Schäuble am „Tag der deutschen Einheit“ in Berlin

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Das Opus Dei und die AfD (2)

Weil ich denke, reden bzw. schreiben besser ist als schweigen, habe ich am 4. März 2016 den Artikel Distanziere Dich! veröffentlicht. Dort verteidigte ich das Opus Dei vor… ich würde sagen verteidigen vor sich selbst. Ein paar Tage vorher hatte ich – zum selben Thema – den Artikel AfD y el Opus Dei – Una aclaración auf Spanisch veröffentlicht, was mir ein Like bzw ein Herz des Accounts des Opus Dei – Spanien gebracht hat[1].  Also, ich kann nicht so falsch liegen 🙂

Ich habe Distanziere Dich! geschrieben und veröffentlicht, nachdem ich eine Mail zum Artikel Dürfen die Bischöfe sich in den Wahlkampf einmischen? von Michael Schneider-Flagmeyer an die Leitung des Opus Dei in Deutschland am 22 . Februar geschickt habe.

Die Antwort der deutschen Opus Dei- Leitung kam am 9. März und war lakonisch: “die Aussage (ist) korrekt. Also kein Handlungsbedarf besteht/bestand”. Mit anderen Worten, was Michael Schneider-Flagmeyer (eine Art selbsternannter Laienprediger) in dem gegen die Bischöfe geschriebenen Artikel ist – nach der Meinung der Pressestelle des Opus Dei in Deutschland – “korrekt”.

Das gibt mir sehr, aber sehr viel zu denken. Ich habe gehofft, dass es inteligente und mutige Leute im Opus Dei  Deutschland gibt, die  der AfD und Pegida die Stirn bieten. Ich bin tief enttäuscht… Ich betrachte eher als Missbrauch, die Lehre des Opus Dei für die Interessen der AfD auszunutzen.

Die AfD gibt sich als sehr christlich und als Verteidigerin der christlichen Werte aus. Oft sucht sie Kirchen als Kulisse für ihre Demos, wie in Erfurt. So will sie zeigen, dass sie die christliche Identität Deutschlands und Europas gegen “Kulturfremden” oder “Invasoren” verteidigen will.

Na ja, Papst Franziskus hat klar, deutlich und wiederholt erklärt, dass sich die christliche Identität Europas gerade in dem Willen äußert,  anderen Menschen – den Flüchtlingen – zu helfen.  Ja, die Fürsorge für Flüchtlinge ist also Teil unserer christlichen Identität, und das ohne Ausnahme. Erzbischof Marx erklärt klar und deutlich: “Unsere christliche Identität wäre in Gefahr, wenn wir den Flüchtlingen nicht helfen würden”[2].

Ich würde sagen: nicht die Flüchtlinge bedrohen unsere christliche Identität, sie wäre in Gefahr wenn wir unsere Mitmenschen, unsere Brüder und Schwester nicht helfen würden und zwar unabhängig davon, dass sie Christenmenschen sind oder nicht. “Ich träume von einem Europa, in dem das Migrantsein kein Verbrechen ist, sondern vielmehr eine Einladung zu einem größeren Einsatz mit der Würde der ganzen menschlichen Person”[3].

Ja, in der Aufnahme des bis jetzt Fremden “haben wir den tiefen Sinn des Christentums, der nicht darin liegt, Macht zu erobern oder eine Partei zu gründen. Denn in dem Moment, in dem das Christentum sich als ein Teil innerhalb des Ganzen positioniert, gerät es in Kontrast zu anderen, macht also Gegner aus. Doch die Aufgabe des Christentums heute besteht nicht darin, die eigenen Feinde zu definieren, sondern der Menschheit zu dienen”[4].

Franziskus bei der Verleihung des europäischen Karlpreis: “die europäische Identität ist und war immer eine dynamische und multikulturelle Identität”[5]. Ja es ist “richtig, dass gerade Papst Franziskus und die deutschen Bischöfe so vehement für die Menschenwürde und die Offenheit gegenüber den Flüchtlingen eintreten und auch in diesem Sinne römisch-katholisch sind”[6]

Erzbischof Schick erklärt: “Die Würde und die Rechte jedes Menschen müssen unabhängig von Rasse, Herkunft, Hautfarbe und Religion anerkannt werden. Die Feindesliebe gehört genauso dazu wie das ständige Bemühen, sich zu versöhnen, eine versöhnte und friedliche Gesellschaft zu bilden. Oder die Seligpreisungen: dass man barmherzig gegenüber jedem ist und dass man auch die Fremden aufnimmt, die in Not sind. Jesus identifiziert sich selbst mit den Heimatlosen. Christliches Abendland heißt: in Europa das, was das Evangelium beinhaltet, leben und in die Tat umsetzen” [7].

Erzischof Koch bemerkt: “Es kann auch ein Ausdruck von Barmherzigkeit sein, unmissverständlich und eindeutig zu reden und deutlich zu machen, wo Grenzen sind, die wir nicht überschreiten werden, etwa im Hinblick auf die Würde eines jeden Menschen, auch des Flüchtlings”. Ja, das sollten wir unbedingt tun gegenüber der AfD und ihren Anhänger und Sympathisanten!

Wenn mehrere Bischöfe uns erklären, dass die AfD für Katholiken nicht wählbar ist, dann höre ich auf die Kirche. Zum Thema AfD sagte Kardinal Marx: “Mir macht insgesamt Sorgen, dass der Rechtspopulismus bei uns immer weiter um sich greift”[8]. Ja, mir auch. Und ich finde sehr traurig, wie weit der Rechtspopulismus in Deutschland gekommen ist: Nämlich in die Mitte der Gesellschaft. Schweigen ist nicht angesagt…! Eine Unterlassung ist in unserer Zeit nicht klug, sondern eher schädlich.

Am 24. April ist das bekannte Video Kardinals Woelki erschienen, wo er klar und deutlich über die AfD spricht. Brauchen wir mehr Lehramt…? Die Wörte und Taten Schicks, Kochs, Neymeyrs, und vor allem Marx’ sind Woelkis Erklärung vorangegangen. Am 25. April, also nach der Rede Kardinals Woelki, habe ich noch eine freundliche Mail an die Herren der Pressestelle des Opus Dei  Deutschland (über die Asesoría, der Dienstweg sozusagen) geschickt und keine Antwort bekommen.

Wenn ich die Aussagen der AfD mit der katholischen Lehre konfrontiere, ist es mir klar, dass beide widersprüchlich, inkompatibel und absolut gegensätzlich sind. Beim besten Willen hätte ich mir nie vorgestellt, dass Leute, die ich kenne und schätze, von denen ich denke, sie sollten fest im Glauben stehen, mal AfD-Sympathisanten werden würden[9]. Sind aus den papsttreuen Rechtgläubigen Rechtsgläubige geworden?[10] Ich kann die Liebe für ein autoritäres Gesellschaftsmodell wie das der AfD nicht verstehen. Die Flucht in eine Parallelwelt, wo alle gleich denken und die Streitkultur keinen Platz hat, ist mir auch sehr schwer zu begreifen.

Die “Ziele und Parolen der fremden- und islamfeindlichen Organisation (hat) nichts mit christlicher Nächstenliebe zu tun”[11]. In seiner Botschaft vom 24. April  stellt Kardinal Woelki fest[12]: “Wer Muslime, so wie die AfD-Parteispitze, verunglimpft, der sollte sich klar machen, dass Gebetshäuser und Moscheen hier genauso durch das Grundgesetz geschützt sind wie unsere Kirchen und Kapellen”. Ja, so ist das. “Eine ganze Religion, ja, eine der großen Weltreligionen wird hier in gehässiger Absicht an den Pranger gestellt”. “Ein Blick in das Grundgesetz hätte gereicht, um festzustellen, dass in Deutschland Religionsfreiheit gelte. So dürfe niemand, weder Christen noch Muslime, aufgrund seines Glaubens diskriminiert oder verfolgt werden”[13].

Ja, die Religionsfreiheit – von der das Zweite Vaticanum uns anspricht und ermütigt sie zu verteidigen – gilt für alle. Nicht nur für Christen: “Das Recht auf religiöse Freiheit sei in Wahrheit auf die Würde der menschlichen Person selbst gegründet”[14]. Und weiter: “Dieses Recht der menschlichen Person auf religiöse Freiheit muss in der rechtlichen Ordnung der Gesellschaft so anerkannt werden, daß es zum bürgerlichen Recht wird”. Das ist ungefähr, was Kardinal Woelki und im vergangenen April eben sagte.

Erzbischof Schick versichert: “Wir haben Religionsfreiheit. Sie ist im Grundgesetz verankert. Menschen müssen ihre Religion leben und auch entsprechende Gotteshäuser bauen können. Religion bedeutet Beziehung zu Gott, der auch im interreligiösen Dialog immer tiefer erkannt wird. Gott ist der eine, der alle Menschen liebt und verbindet, der Gemeinschaft schafft, der Frieden, Freiheit und Gleichberechtigung für alle weltweit will. Dieser Gott soll im christlichen Abendland bestimmen”[15]

Das Konzil erklärt auch: “Es ist eine offene Tatsache, dass alle Völker immer mehr eine Einheit werden, dass Menschen verschiedener Kultur und Religion enger miteinander in Beziehung kommen und dass das Bewusstsein der eigenen Verantwortlichkeit im Wachsen begriffen ist. Damit nun friedliche Beziehungen und Eintracht in der Menschheit entstehen und gefestigt werden, ist es erforderlich, dass überall auf Erden die Religionsfreiheit einen wirksamen Rechtsschutz genießt und dass die höchsten Pflichten und Rechte des Menschen, ihr religiöses Leben in der Gesellschaft in Freiheit zu gestalten, wohl beachtet werden”[16]. Für mich ist das absolut klar.

Wenn aber eine Partei sich dem Ethnopluralismus anschließt (“jedes Volk bzw. jede Rasse soll möglichst homogen bleiben”[17].” Jedes  Volk (hat) das Recht, seine Gesellschaft von fremden Einflüssen freizuhalten[18]), kann nur die Lehre der Katholischen Kirche und ihr Universalismus ablehnen. Ja, ich frage mich, ob etwas unkatholischer und/oder unchristlicher sein kann als eine Ideologie, wonach die “Herkunftsdeutschen” sich nicht mit anderen Völkern mischen sollen[19]? Ich denke kaum. Übrigens, das Opus Dei in Deutschland lebt von Ausländern/innen, die das Werk in fremden Ländern kennengelernt haben. So ist für mich die Haltung noch unverständiglicher[20].

Vor Jahren habe ich an den Blog Kirchenrecht mitgearbeitet. Vor kurzem habe ich den Blog noch mal gelesen. Vor allem ein Artikel ist mir aufgefallen. Im ersten Kapitel des Artikels des Prälaten Klaus-Martin Becker[21]: Eine Evangelisierung mit Zukunft – Die Personalprälaturen als reale Chance[22] aus dem Jahr 2007 “Die große Herausforderung” klagt Becker schon damals: “nach Istanbul und Ankara ist Berlin inzwischen die drittgrößte Türkenstadt”. Er bedauert die “Entchristlichung unserer Gesellschaft (und) einem beschleunigten Schwund der Christen zu rechnen. Gleichzeitig ist abzusehen, daß unter den Ungetauften die Gruppe der Muslime gewaltig wächst.” Er spricht von einer “ganz besondere(n) Reproduktionsdynamik” und zitiert als Beleg den Autor der Zeitschrift “Neue Ordnung” Hans-Peter Raddatz[23]. Der Begriff “Reproduktionsdynamik” erinnert mich an AfD Höckes “Ausbreitungstyp”.

Was für merkwürdige Thesen. Tja… wenn das kein Nährboden für die AfD war. Von nichts kommt nichts. Wenn ich daran denke, dass in meinem Zentrum in Bonn das erste Sarrazin-Buch kurz nach seinem Erscheinen gesehen habe[24]. Um sich zu informieren, wurde mir erklärt… Ich nenne es lieber eine “Ausweitung der Formulierungszone”[25].

Weiter Prälat Becker: “Parallel dazu vergleiche man die Zuwanderungszahlen: 1973 waren in Deutschland ca 3 Millionen Ausländer, 1990 waren es mehr als 5 Millionen, 1995 bereits 7 und im Jahre 2000 über 8 Millionen. Innerhalb von einem etwa 25 Jahren ist damit der Ausländeranteil an der Gesamtbevölkerung von 5 auf 10% angewachsen, Tendenz steigend.” Komisch, ich dachte, die katholische Kirche sei universell. Katholisch bedeutet universell. Und nicht national. Die Ausländer seien kein Problem für die katholische Kirche. Solche Aussagen sind Vorboten der These der “Umvolkung” oder “Umstrukturierung der Gesellschaft”.

Zurück zum Thema Islam, mir scheint es so, dass viele “gute Katholiken” die Erklärung Nostra Aetate über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen überhaupt nicht kennen oder kennen wollen. Ich glaube nicht, dass die Nächste Liebe lediglich für die christlichgetauften Menschen gilt. Noch weniger nur für die deutschen Staatsangehörigen “Liebe deinen Nächsten, sagt die Heilige Schriftt, und nicht Liebe Deinen Stamm”[26]. Als ob wir getauften die guten wären und die anderen sollen draußen bleiben. Nein, alle Menschen – Christen oder Nichtchristen – sind Träger der Grundrechte.

Auf der anderen Seite, wir Christen sind wachsam gegenüber jedem Unrecht. Wir schauen nicht weg. Wir sind empathisch. Keine Empathie zu haben ist das Gegenteil von Christsein”. Christen bleiben aufmerksam und helfen denjenigen, die sich in Schwierigkeiten befindet. Daran werden wir als Christen erkannt. Lieber eine Globalisierung der Nächstenliebe, wovon Papst Franziskus kritisiert als eine Globalisierung der Indifferenz[27].

Es kann nicht sein, dass “vor allem der Blick auf Gräueltaten von Muslimen gerichtet werden soll (…) dass verfolgte Christen mit dem Grenzübertritt nach Europa von Rechtsgläubigen pauschal unter das Feinbild ‘Asylant’ fallen”[28]. Es kann auch nicht sein, dass ich als IS -Sympathisantin bezeichnet werde, weil ich den Islam mit dem islamischem Terrorismus nicht gleich setze.

Die Kirche darf uns nicht sagen, dass wir eine bestimmte politische Partei wählen sollen, weil diese Partei die Katholiken/Innen repräsentieren würde. Die Kirche kann und muss aber sehr klar und deutlich sich positionieren, wenn eine Partei gegen fundamentale christliche Werte, wesentlich verstößt. Das ist zweifelsfrei der Fall der AfD[29].

Eben weil die Freiheit, die Vielfalt, der Pluralismus und die Toleranz alle Werte sind, die für den Gründer des Opus Dei unglaublich wichtig waren, dürfen wir im Namen einer falsch verstandenen Toleranz eben nicht die Intoleranten verteidigen, sie nicht legitimieren, als ob sie eine ganz gewöhnliche politische Partei wären. Das sind sie nicht.

Rechtspopulistische intolerante Parteien sind kein geringes Übel. Die sind eher ein großes Übel. Ich frage mich: Wo ist die leidenschftliche “Liebe zum Pluralismus, den die Freiheit mit sich bringt”[30] geblieben ist, wenn man nicht leidenschaftlich Freiheit, Toleranz, Demokratie, Vielfalt und Pluralismus verteidigt?

1941 fuhr der Gründer des Opus Dei mit dem Taxi durch Madrid und unterhielt sich mit dem Taxifahrer. Es waren bewegte Zeiten für Europa. Der II. Weltkrieg tobte. Seit 1936 herschte in Spanien Franco (bis 1975). Also keine Demokratie im Sicht, Jahrzehnte vor dem II. Vatikanum. Escrivá sprach mit dem Taxifahrer und bedauerte den Bürgerkrieg in Spanien (1936-1939) und den damaligen Hass zwischen Geschwistern.

Er meinte, dass es vernünftig ist, dass jeder seine Meinung äußert: “Zum Beispiel, wenn Sie eine bestimmte Meinung zu einem Thema habem, und andere eine andere Meinung haben. Sprechen wir uns aus und wenn Sie mich davon überzeugen, werde ich auch ihre Meinung teilen. Wenn wir uns nicht gegenseitig überzeugen, denken wir weiter, was wir gedacht haben, wir respektieren uns gegenseitig und leben im heiligen Frieden”.

Der Fahrer hörte zu und fragte: “Sind Sie in Madrid während des Bürgerkrieges geblieben, als die Stadt von den republikanischen Truppen besetzt wurde?”. Escrivá antwortete mit einem Ja. Der Taxifahrer sagte: “Schade, dass sie Sie nicht getötet haben!”.

Ich will nicht Komplize des Taxifahrers werden. Ich möchte nicht schweigen, wenn der Taxifahrer seinen Mund voller Hass öffnet. Diese Empathielosigkeit und dieser eklatante Mangel an Nächstenliebe[31], die Indifferenz gegenüber den anderen Menschen reizt mich, zu sprechen und zu schreiben. Ich würde gegenüber dem Taxifahrer auf keinem Fall stumm bleiben. Wehe mir, wenn ich nicht rede! Nein, diese Einstellung ist nicht “korrekt” und wird durch den Pluralismus nicht gedeckt.


[3] Paptsrede bei der Verleihung des Karlpreis.  Die Papst-Ansprache im Wortlaut: Was ist mit dir los, Europa? 

[4] Papstinterview in La Croix. Übersetzung ins Deutsch aus „Franziskus umsegelt Europa, um sein Inneres zu erfassen“

Auf Englisch und auf Französisch

[5] Paptsrede bei der Verleihung des Karlpreis, Text: Die Papst-Ansprache im Wortlaut: Was ist mit dir los, Europa? 

“Die Wurzeln unserer Völker, die Wurzeln Europas festigten sich im Laufe seiner Geschichte. Dabei lernte es, die verschiedensten Kulturen, ohne sichtliche Verbindung untereinander, in immer neuen Synthesen zu integrieren”.

[9] Sogar eine Bekannte aus meinem ehemaligen Zentrum hat sich mir gegenüber als Pegida- Sympathisantin geoutet. Na ja, wenn ich denke, dass Jürgen Liminski Autor der “Jungen Freiheit” ist und Frau Kositza lobt…. (Jürgen Liminski – Laudatio auf Ellen Kositza 1 und Jürgen Liminski – Laudatio auf Ellen Kositza 2).

Auf der anderen Seite wurde ich im September 2015 zurechtgewiesen, weil ich angeblich “etwas gegen Birgit Kelle und gegen Putin” (!) als Status in Facebook geschrieben haben soll. Mir wurde nicht gesagt, was oder wann. Mit anderen Worten, es wurde versucht, mir einen Maulkorb zu verpassen. Übrigens: Auch ich liebe Russland. Genau deshalb wünsche ich mich ein Russland ohne Putin.

[10] So weit ich weiß, war Andreas Püttmann der erste, der über das Thema “Rechtsgläubigkeit und Rechtgläubigkeit” sprach. Und zwar in Christ und Welt Falsche Verbündete

[18] Die Vorboten der rechten Revolution “Fremde Einflüsse werden als Gefährdung der eigenen kulturellen Identität wahrgenommen. Kritiker sehen im Ethnopluralismus einen Rassismus ohne Rassen, da wesentliche Merkmale des klassischen Rassismus auch im Ethnopluralismus zu finden seien, dieser jedoch auf historisch vorbelastete Termini wie eben den Rassenbegriff verzichte”

[21] “Unter ihnen war Klaus Martin Becker, der erste Numerarier”, aus einem Artikel in Gloria TV. Es ist interessant, den Artikel über Gloria TV in Wikipedia zu lesen.

[23] Raddatz wird von PI und Idea reichlich zitiert. Junge Freiheit veröffentlicht oft seine Texte wie dieJüdische Allegemeine beklagt.

Siehe sein Vortrag mit dem suggestiven Titel Expansion des Islam in Europa, gehalten bei einer sog. Bürgerbewegung Pax Europa, die von bayerischem Verfassungsschutz observiert wird: “Bei der BPE Bayern handelt es sich um eine verfassungsschutzrelevante islamfeindliche Bestrebung außerhalb des Rechtsextremismus, die den Islam insgesamt als „vorsteinzeitliche, nazistische und frauenverachtende Ideologie“ ansieht”. Siehe Pressemitteilung aus aktuellem Anlass

[24] Andere Bücher, die ich bei meinem letzten Besuch in meinem Zentrum auf dem Tisch gesehen habe waren zum Beispiel “Russland verstehen” von Krone-Schmalz und “Gender Gaga” von Kelle. Alternativen gab es nicht. 

[26] Karl Popper, Die offene Gesellschaft und ihre Feinde, 1975, S. 146.

[28]  Bednarz / Giesa, “Gefährliche Bürger”, Seite 133.

[29] Interessant ist das Parteiprogram der AfD zu lesen. Danke an correctiv für das uploaden

[30] Vgl. Escrivá, Gespräche, Nr. 98 und viele anderen Stellen.

[31] Cfr. Bednarz / Giesa, “Gefährliche Bürger”, Seite 133.